Direct Focus Reduction Desensitization (DFRD)
DIE Methode zur Behandlung von pathogenen Emotionen wie Ängste, Scham, etc.
DFRD-Methode
Direct Focus Reduction & Desensitization
Ein strukturiertes Verfahren zur Behandlung pathogener Emotionen und negativer Kognitionen
Inhaltsverzeichnis
- 1.1 Einführung / Überblick
- 1.2 Einordnung
- 1.3 Theoretischer Rahmen
- 1.4 Hintergrund und Entwicklung
- 3.0 Indikationen und Anwendungsgebiete
- 3.1 Anwendungen
- 3.2 Formen: Behandelbare Emotionen
- 3.3 Behandlung der Emotion-beiliegenden negativen Kognitionen (nK)
- 3.4 Behandlung von alleinstehenden negativen Kognitionen (nK)
- 4. Anwendung der Methode
- 4.1 Voraussetzungen
- 4.2 Einarbeitung in die Methode
- 4.3 Der Fokussierungsprozess
- 4.4 Die Reduktion
- 4.5 Die Desensibilisierung
- 4.6 Prozess-Wiederholung/Anwendung
- 4.7 Prozess-Anwendung
- 4.8 Körperliche Reaktionen
- 4.9 Das Ende eines großen Zentrums
- 4.10 Das Ende der Verspannung
- 4.11 Die Behandlungsdauer
- 4.12 Psychische Auswirkungen
- 4.13 Auswirkungen der spezifischen Angst
- 4.14 Unabhängige Auswirkungen der zu behandelnden Emotionen
- 5.0 Kontraindikationen und Grenzen
- 5.1 Körperliche Einschränkungen
- 6.0 Genaue Anweisungen // Zugang der Methode
- 7.0 Gegenüberstellung
- 7.1 Gegenüberstellung: DFRD vs. EMDR
- 7.2 Gegenüberstellung: DFRD vs. andere Methoden
- 8. Erfahrungsdaten und Ergebnisse
- 8.1 Überblick über die Forschungsphase
- 8.2 Wirksamkeitsdaten
- 8.3 Sicherheitsprofil
- 9. Glossar
- 10. Anhänge
- Anhang A: Vier Phasen für Selbstbehandler
- Anhang B: Die 8 Phasen – für Behandler und Patienten
1.1 Einführung / Überblick
Wir stellen hier unsere „Direct Focus Reduction Desensitization“ (DFRD) (Deutsch: „Direkter Fokus Reduzierung Desensibilisierung“) – Methode vor, eine Anwendung primär für die Behandlung von Angststörungen (Traumafolgestörungen), isolierten Ängsten, Phobien, allen anderen (spezifischen) Emotionen und negativen Kognitionen (nK) (Glaubenssätze). Dabei kommt die DFRD-Methode ohne Konfrontation mit der Angst aus und auch ohne Reise in die Vergangenheit. Des Weiteren ist DFRD in der Lage eine Emotion und auch eine nK gründlich und vollständig zu behandeln. Zudem ist die Methode der direkteste Weg, Ängste und andere Emotionen zu behandeln, da sie das Bewusstsein direkt in die Verspannung der Emotion legt. Unseres Wissens ist dies nicht nur die schnellste, sondern auch die angenehmste Methode.
1.2 Einordnung
Die DFRD-Methode ist eine integrative, traumafokussierte (tiefenpsychologische) Intervention, die durch einen Fokussierungsprozess die Reduzierung der Verspannung der zu behandelnden Emotion oder negative Kognition (nK) auslöst. Sie basiert auf umfassenden medizinisch-wissenschaftlichen Erkenntnissen und Methoden der Psychotherapie, insbesondere der kognitiv-orientierten Verhaltenstherapie und der Psychoanalyse.
Für die Behandlung der einer Emotion beiliegenden negativen Kognition (nK) (und alleinstehenden nK), arbeitet die DFRD-Methode mit dem Schema der bewährten kognitiven Therapie, bzw. der Rational-Emotiven Verhaltenstherapie (REVT). Die REVT ist eine umfassende, integrative, aktiv-direktive, philosophisch und empirisch fundierte Psychotherapie.
Damit vereint die DFRD-Methode kognitive und tiefenpsychologische Methoden und deren Hintergrundverständnis.
1.3 Theoretischer Rahmen
Die DFRD-Methode soll aktuelle seelische/psychische Probleme lösen, indem alte Konflikte/Emotionen aus der Vergangenheit aufgearbeitet werden. DFRD gehört damit zu den tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapien, also therapeutische Verfahren, indem das Unbewusste eine zentrale Rolle spielt. Der Ansatz basiert auf der Annahme, dass verdrängte Konflikte, bzw. verdrängte Emotionen aus der Kindheit die Ursache aktueller Probleme sind.
Das therapeutische Ziel der Tiefenpsychologie ist es, Unbewusstes bewusst zu machen. Freud formulierte das berühmt als: „Wo Es war, soll Ich werden.“ Wenn verdrängte Inhalte ins Bewusstsein geholt werden, verlieren sie ihre pathogene Kraft.
Freuds Entwicklung des Konzepts der Verdrängung, die ein pathogener, das heißt, krankmachender Vorgang sei, wurde zum zentralen Bestandteil der psychoanalytischen Theorie und ist mittlerweile auch empirisch bestätigt worden.
Damit ist die DFRD-Methode im Kern eine tiefenpsychologische Methode, nur dass die Adressierung kognitiv abläuft und die Reduktion der Verspannung über das Bewusstsein/Fokus im Körper (Verspannungszentren) geschieht, anstatt über die (kognitive) Analyse.
Die Anwendung von DFRD bei PTBS ist noch nicht erforscht.
1.4 Hintergrund und Entwicklung
Die DFRD-Methode wurde von Florian Becker/Freeyourbase 2014 entdeckt.
Nach kurzer Zeit des Testens haben wir die schnelle Geschwindigkeit der Methode erkannt. Ab da an wurde sie von uns in einem Zeitraum von mittlerweile über 11 Jahren in unserer Forschung im gründlichen und vollständigen Behandeln von verdrängten Emotionen wie Angst, Wut, Scham und weiterer belastender Gefühle benutzt (nähere Informationen dazu später).
3.0 Indikationen und Anwendungsgebiete
3.1 Anwendungen
Die DFRD-Methode behandelt Angststörungen (Traumafolgestörungen), isolierte Ängste, Phobien, alle anderen spezifischen Emotionen (Wut, Scham, Gefühl etc.) und negative Kognitionen („Ich bin nichts wert“, „Ich kann das nicht“).
3.2 Formen: Behandelbare Emotionen
Die Emotionen müssen in spezifischer Form vorliegen. Beispiele: Angst vor Verlust, Angst zu sterben, Scham ich zu sein, Gefühl der Ablehnung, Wut auf sie, Gefühl der Zurückweisung, Angst vor Spinnen etc.
Die Methode kann ausnahmslos für alle verdrängten Emotionen angewendet werden, unabhängig von ihrer Entstehungszeit und der Stärke der Verspannung.
DFRD ist flexibel – das bedeutet, man kann mit der Methode die ganze Struktur einer spezifischen Emotion gründlich und vollständig behandeln, was wir dann Auflösen nennen.
Was bedeutet „gründlich und vollständig“?
Mit „vollständig“ meinen wir die Behandlung mitsamt der negativen Kognition (nK) und dem Verankern einer positiven Kognition. Mit „gründlich“ meinen wir ganz, bis zum Ende – also bis nichts mehr von der Verspannung der Emotion und der negativen Kognition im Körper existiert. (Für mehr Details lesen Sie: Kapitel 4.4 – Die gründliche und vollständige Behandlung)
Unterscheidung zwischen gesunder und krankhafter Angst.
A: In der Psychologie werden zwei Arten von Ängsten unterschieden. Einmal die normale, gesunde Angst, welche die Aufgabe hat vor realen Gefahren in aktuellen Situationen zu warnen. Steht ein Löwe plötzlich vor einem, warnt die Angst. Diese Angst ist gesund, braucht keine Behandlung und ohne sie wäre die Menschheit schon lange ausgestorben.
Die zweite Art von Ängsten sind die krankhaften (pathogenen) Ängste oder auch Ängste aus der Vergangenheit genannt. Diese warnen nicht vor Gefahren in akuten Situationen, sondern treten ohne reale Bedrohung auf und sind meistens stark, häufig und langfristig (chronisch). Sie belasten und schränken (blockieren) das Leben stark ein und man entwickelt ein ausgeprägtes Vermeidungsverhalten. Sie kommen aus der Vergangenheit, denn diese Ängste wurden im frühkindlichen Zeitalter, zwischen Geburt und vier Jahre, in einer überfordernden (oder auch traumatischen) Situation, in das Unbewusste verdrängt. Da sie verdrängt sind, sind sie uns normalerweise unbewusst, fangen dann aber an, ihre destruktiven Auswirkungen zu entfalten. Sehr viele psychische Probleme, wie auch die Charakterstrukturen, stammen von diesen verdrängten Ängsten (bzw. deren Abwehrmechanismen).
3.3 Behandlung der Emotion-beiliegenden negativen Kognitionen (nK)
Jede verdrängte Emotion beinhaltet auch immer eine negative Kognition (nK). Wenn diese nK nicht mitbehandelt wird, so ist die Behandlung nicht gründlich und schon gar nicht vollständig durchgeführt worden. Die DFRD-Methode behandelt nicht nur die Verspannung der nK, sondern auch die Loslösung des Glaubens von der Kognition (Disputation) (nach REVT).
Des Weiteren wird die negative Kognition (nK) auf natürliche Weise gefunden und nicht vorher festgelegt. Denn erst wird die Verdrängung/Belastung gründlich behandelt (bis die Verspannung komplett aufgelöst ist) worden ist, kommt, wie schon Dan Casriel (1924-1983, Psychiater, Analytiker und Begründer der Bonding-Psychotherapie) aufzeigte, die beiliegende Kognition alleine in das Bewusstsein. Casriel entdeckte, dass nach dem Ausleben von spezifischen Gefühlen eine negative Kognition den Betroffenen in das Bewusstsein kam. Daher brauchen wir auch keine negative Kognition im Voraus festzulegen (wie bei EMDR („Eye Movement Desensitization and Reprocessing”)), weil wir somit stets die genau richtige gewahr werden, während der Behandlung und schließen damit auch falsche Erinnerungen und Fehlinterpretationen aus.
Unterschied zu EMDR
Bei EMDR wird die zu bearbeitende negative Kognition vor der eigentlichen Neuverarbeitung, dem sogenannten EMDR-Prozess festgelegt. Damit beschränkt sich EMDR auf Situationen, die noch einigermaßen bewusst sind, und ist damit ungeeignet für ältere und sehr stark-aufgeladene Emotionen aus der frühkindlichen Zeit, wo es keine Erinnerungen mehr gibt. Denn, der Therapeut „rät“ im Voraus die negative Kognition. Aber egal welche nK ausgesucht wird, der Therapeut und der Kunde können nicht wissen, ob es nun die richtige negative Kognition ist. Sie können es ja nicht nachprüfen und auch nach der Behandlung nicht. Es wird die Angst zwar reduziert, auch wenn die dahinterliegende negative Kognition (nK) die Falsche ist. Aber es gibt keine Möglichkeit das zu überprüfen und es fällt auch keinem auf. Wir bemerkten auch in unserer Forschungszeit, dass, gerade bei stark aufgeladenen Ängsten, die nK oft nicht vorher festzulegen sind, weil sie oft auch überraschend anders als unsere Vorstellungen waren.
Damit können Sie mit DFRD auch Emotionen behandeln, von denen Sie nichts mehr wissen, bzw. die so nicht mehr bewusst zugänglich sind beispielsweise aus dem Baby- oder dem frühkindlichen Alter, und laufen nicht die Gefahr eine falsche negative Kognition zu bearbeiten.
3.4 Behandlung von alleinstehenden negativen Kognitionen (nK)
Die DFRD-Methode behandelt nicht nur Emotionen und die damit verbundenen negativen Kognitionen (nK), sondern auch alleinstehende negative Kognitionen, die also nicht einer Emotion beiliegen. Auch das sind belastende Überzeugungen/Glaubenssätze wie z. B. „Ich bin nicht gut genug“ oder „Ich bin es nicht wert, geliebt zu werden“, die unabhängig von einer Emotion vorkommen.
Auch hier wird nach dem Prinzip von REVT gearbeitet aber auch zusätzlich die Verspannung der nK behandelt. Denn nur damit können wir auch hier eine gründliche und vollständige Behandlung durchführen. Danach ermöglicht DFRD auch die Verankerung einer positiven Kognition als Ersatz für die behandelte negative Überzeugung.
Aus unserer 12-jährigen Erfahrung im Behandeln gibt es einige solche Kognitionen, die deutlich stärker aufgeladen sind als sehr viele Ängste und andere Emotionen.
4. Anwendung der Methode
4.1 Voraussetzungen
Einer der größten Vorteile der DFRD-Methode ist ihre einfache Anwendbarkeit.
Allgemeine Voraussetzungen
- Keine vorherige Therapieerfahrung erforderlich.
- Selbstständig und alleine durchführbar, auch beim allerersten Mal.
- Keine Hilfsmittel oder spezielle Ausstattung nötig.
4.2 Einarbeitung in die Methode
Man braucht ein-zwei Tage zur Einarbeitung. Es hat den Anschein, als ob diese Methode für den Mensch gemacht worden ist, da der Prozess die Verspannung immer nur tröpfchenweise und immer die genaue Menge zum Behandeln offenbart.
Was die Methode NICHT erfordert:
- Keine Konfrontation (Exposition) mit der Angst.
- Keine Reise in die Vergangenheit oder Erinnerungsarbeit.
- Keine Körperbewegungen oder Ähnliches nötig.
- Keine späteren Affirmationen, Wiederholungen oder ähnliche Nachbehandlung.
4.3 Der Fokussierungsprozess
Die Verspannung der zu behandelnden Emotionen schließen sich größtenteils in Verspannungszentren zusammen. Der Kern der DFRD-Methode besteht darin, den Fokus – die bewusste Aufmerksamkeit – direkt in diese Verspannungszentren zu legen. Dies ist ein Single-Attention-Prozess, bei dem die gesamte Aufmerksamkeit auf einen Punkt gerichtet wird. Im Gegensatz zu bifokalen Methoden wie EMDR, die eine geteilte Aufmerksamkeit erfordern (Dual-Attention), arbeitet die DFRD-Methode mit ungeteilter, fokussierter Aufmerksamkeit. Dies macht den Prozess einfacher und komfortabler.
Die DFRD-Methode ist wohl der direkteste Weg, Ängste und andere Emotionen zu behandeln, da sie das Bewusstsein direkt in die Verspannung der Emotion legt. Durch das aktive Einbringen des Bewusstseins in den unbewussten Anteil bzw. das Zentrum der Verspannung wird die Belastung reduziert. Unseres Wissens ist dies nicht nur die schnellste Methode, um die Belastung einer Emotion zu vermindern, sondern wie gesagt, auch die angenehmste/komfortabelste.
4.4 Die Reduktion
Nach der Fokussierung wird direkt und automatisch die Verspannung reduziert. Ein zentrales Merkmal der DFRD-Methode ist der stückchenweise Abbau (Reduktion) der Verspannungen. Die Psyche gibt immer nur ein wenig der Belastung zum Behandeln vor, die Verspannungen werden immer nur in kleinen Teilen offengelegt, sodass wir diesen Prozess als sanft beschreiben.
Dieser sanfte Prozess hat mehrere Vorteile:
- Keine Überflutungsgefahr: Die Belastung wird nur in kleinen Teilen offengelegt.
- Langzeitbehandlung möglich: Stundenlange Sitzungen ohne Erschöpfung sind durchführbar. Das eröffnet wirklich langfristige Behandlungsmöglichkeiten, die von der Behandlungsdauer auch über die Psychoanalyse hinausgehen. Wir halten eine tägliche Behandlungsdauer von zwei bis drei Stunden optimal und machen diese auch selber, konstant die letzten 5-6 Jahre. Wir hatten auch mit längeren Behandlungszeiten ausprobiert, es funktioniert genauso bis zu sieben Stunden.
- Volle Kontrolle: Der Anwender steuert den Prozess selbst und kann jederzeit pausieren und auch die Geschwindigkeit selber wählen.
Hinweis:
In 12 Jahren Anwendung der DFRD-Methode wurde keine einzige Überflutung oder eine ähnliche emotional überfordernde Situation erlebt/beobachtet.
Der zentrale Wirkmechanismus lässt sich wie folgt zusammenfassen: Das Bewusstsein wird direkt in den unbewussten Anteil bzw. das Zentrum der Verspannung gelegt. Durch diesen aktiven Kontakt wird die Belastung/Verspannung der Emotion stückweise reduziert.
4.5 Die Desensibilisierung
Nach der Reduzierung der Verspannung der zu behandelnden Emotion geschieht automatisch, ohne aktives Tun, die Desensibilisierung (der Wunde). Man kann das auch fühlen, bei der Reduktion, wenn der Bereich schnell mit der Verspannung runterfährt.
4.6 Prozess-Wiederholung/Anwendung
Ein Verspannungszentrum nach dem anderen wird so abgebaut, bis nichts mehr vorhanden ist, dann wird das nächste Zentrum behandelt. Dieser Prozess wird ständig wiederholt, bis die Belastung genügend oder vollständig reduziert ist. Es wird hier auch die SUD-Skala benutzt, zumindest binär: Noch Verspannung vorhanden oder keine Verspannung mehr vorhanden. Diese Werte sind direkt wahrnehmbar.
4.7 Prozess-Anwendung
Frage: Wann sollte ich die Anwendung durchführen? Was kann ich nebenbei machen?
Empfehlenswert ist jeden Abend, ca. zwei bis drei Stunden die Methode anzuwenden. Abends weil die Sitzung schon anstrengend sein kann und man danach ins Bett gehen kann.
Wenn Sie das mal mehrere Tage hintereinander machen und Sie die Methode wirklich verinnerlicht haben, dann werden Sie merken, dass Sie diese auch neben leichten anderen Beschäftigungen machen können. Mit leicht meinen wir Dinge, die keine große Aufmerksamkeit brauchen, z. B. Musik hören (wo sie sich dennoch fast nur auf die Behandlung konzentrieren können).
Was wir auch bemerkt haben, ist, dass bei längerer Behandlung, sich Verspannungszentren dem Bewusstsein öffnen, auch im Alltäglichen. Intuitiverweise geht man dann auch schon in diese Verspannungen rein und löst sie dann , auch schon fast automatisch. Das geht natürlich auch nur in bestimmten Beschäftigungen, wo man auch mal den Fokus nach innen legen kann.
Vielleicht ist das ja auch einfach ein vorgesehener, automatischer Prozess der Psyche, den man nur „starten“ muss.
4.8 Körperliche Reaktionen
Meistens treten die Verspannungen in einer konzentrierten Form von (Verspannungs-) Zentren auf. Es gibt Unterschiede zwischen der Größe bzw. der Spannung der Zentren.
Definition: Verspannungszentrum
Ein Verspannungszentrum ist eine konzentrierte Ansammlung von Verspannung im Körper. Die gesammelten Verspannungszentren macht die Verspannung der Angst (oder andere Emotion) aus. Sprich reduzieren Sie die komplette Verspannung einer Angst, ist diese nicht mehr existent, sie hat sich dann wortwörtlich aufgelöst (abgesehen von der beiliegenden nK).
Wenn man mit dem Fokus in ein stark-aufgeladenes Verspannungszentrum geht, kann es sein, dass der ganze Körper sofort in:
- a.) langfristige (bis zu mehreren Minuten) Zuckungen übergeht.
- b.) kurzfristige Zuckungen übergeht.
- c.) einmalige Zuckung übergeht, mit teilweise längerem Ausklingen mit weiteren Zuckungen.
- d.) einmalige Zuckung übergeht.
- e.) Aufblähung des Bauches oder der Brust übergeht*.
- f.) Streckung des gesamten Körpers übergeht*.
*wenn man steht, wird automatisch die gestreckte, richtige/natürliche Körperhaltung eingenommen.
Die Aufblähung und Streckung tritt sofort auf und bläht den gesamten Bauch und Umgebung auf. Das ist nicht schmerzhaft und ist eine natürliche, körperliche Entladung. Danach wird wieder auf die normale/aktuelle Form/Haltung zurückgegangen.
Auch die Zuckungen sind nicht schmerzhaft, sie sind körperliche Entladungen. Das Zucken ist die natürliche Reaktion auf den Kontakt mit einem Zentrum mit einer erhöhten Verspannung. Bei einem Kontakt wird die Verspannung direkt und schnell abgebaut. Die Art und Intensität der Zuckungen ist abhängig, wie lange der Fokus in dem Zentrum liegt und wie stark aufgeladen das Zentrum ist.
Die Zentren unterscheiden sich in Größe und Spannungsintensität. Wenn man in der Mitte des Zentrums den Fokus hin- oder reinlegt, geht es relativ schnell, bis sich das Zentrum anfängt aufzulösen. Bei sehr starken Zentren können aber auch mehrere Minuten vergehen. Man bleibt so lange mit dem Fokus in der Mitte, bis nichts mehr an Verspannung übrig ist.
Bei richtig großen Zentren von solchen stark-aufgeladenen Emotionen wo jeder Mensch nur ca. eine Handvoll überhaupt hat, kann es sein, dass man mehrere Runden drehen muss. Die Psyche neigt anscheinend dazu diese dann in verschiedenen Runden zu offenbaren/behandeln zu lassen.
4.9 Das Ende eines großen Zentrums
Wenn man in ein wirklich starkes Verspannungszentrum kommt, kann es sein, dass sich im Zentrum die Verspannung stark verdichtet hat. Oft stellt sich das dann dar, wenn Sie mit dem Fokus in der Mitte gehen und dort lassen, als ob alles andere rundherum so langsam wegbricht und sich auflöst. Wenn Sie so weiterbehandeln, bleibt ganz am Ende eines solchen Zentrums meistens ein ganz dünner Strahl von verdichteter Energie/Verspannung übrig.
Auch in diesen aufgeladenen Strahl können und sollten Sie hineingehen. Oft bläst dieser sich dann schnell auf, so stark, dass er ihnen entgleiten kann. Spätestens da werden Sie merken, dass Sie diese verdichteten Zentren orten können. Das ist die nächste Stufe der Behandlung.
Sie spüren, wo diese große Verspannung ist, und legen intuitiv ihr Fokus dort rein. Wenn es wirklich äußerst dicht ist, dann kann es sein, dass Sie nicht sofort in die Mitte/Zentrum kommen. Bleiben Sie dann so dicht wie möglich an diesem Strahl und verkeilen oder verhaken Sie irgendwie ihr Fokus dort. Denn ansonsten ist man bei dieser Art von Verspannung schnell wieder draußen mit der Wahrnehmung, es entgleitet ihnen der Fokus. Bedenken Sie die Auflösung der Verspannung geht relativ schnell . Nach ca. sechs bis zehn Sekunden, dort mit dem Fokus, sollten Sie merken, wie die Verspannung im Kern zu schmelzen anfängt und auch alles rundherum sich anfängt aufzulösen. Dann kann es sein, dass noch mal eine sehr starke Zuckung durch den ganzen Körper geht. In der letzten Verspannung kann noch sehr viel Druck und Spannung liegen. Dann werden Sie aber bemerken, dass das Zentrum am Ende ist, weil einfach nichts mehr übriggeblieben ist und sich das nicht nur richtig gut anfühlt im Körper, sondern auch mental.
4.10 Das Ende der Verspannung
Wenn ein Verspannungszentrum vollständig abgebaut ist, wird von der Psyche automatisch ein neues Zentrum zum Behandeln offenbart. Das geschieht so lange, bis die Emotion von der Verspannung vollständig abgebaut ist. Dann kommt kein Verspannungszentrum mehr nach, sondern es kommt, wie oben beschrieben , ein negativer Glaubenssatz (Kognition) in das Bewusstsein. Mit dem sollte dann der nächste Abschnitt angefangen werden. Das ist auch ein sicheres Zeichen, dass Sie wirklich gründlich alle Verspannung abgebaut haben. Erst dann sollte man zum nächsten Abschnitt übergehen.
4.11 Die Behandlungsdauer
Jeder hat Ängste in unterschiedlicher Stärke. Auch jeder macht die Methoden unterschiedlich schnell bzw. mit unterschiedlichen Unterbrechungen. Die Behandlungsdauer ist daher nicht vorherzusagen, auch nicht, wenn Sie die Verspannung fühlen und glauben, es schon gut einschätzen zu können. Sie kennen das Ende der Verspannung nicht, diese können sich weit ausbreiten.
Frage: Ist es aber relevant, bzw. bringt es etwas, wenn man dies auch im Alltäglichen macht?
Messung von Ängsten
Nach einer Behandlung-/Forschungszeit von über elf Jahren, messen wir die Stärke einer Angst an der Behandlungszeit (gründlich und vollständig). Das ist zwar subjektiv (jeder hat sie unterschiedlich stark in sich, jeder hat eine eigene Geschwindigkeit beim Behandeln), aber man hat so selber zumindest einen (subjektiven) Wert (und interne Vergleichsmöglichkeit).
Wenn Sie eine Behandlung vornehmen wollen, dann haben Sie eine bestimmte Dauer an Behandlungszeit. Nehmen wir mal an, dass wir für eine gründliche und vollständige Behandlung, ohne Ablenkung, einer bestimmten Angst 13 Tage, a 3 Stunden täglich, brauchen. Wie lange Sie man für die Behandlung nur im Alltäglichen dafür braucht, ist schwer zu ermitteln, denn das kann ja auch variieren. Höchstwahrscheinlich deutlich länger, aber dafür mag es für viele angenehmer sein. Letztendlich geht es um die bestimmte Masse, für die 13 Tage, a 3 Stunden täglich gebraucht werden. Wie Sie das erreichen, spielt letztendlich keine Rolle.
Wo und wann Sie die Behandlung machen, bleibt Ihnen überlassen. Am schnellsten geht es natürlich ohne Ablenkung. Unsere Empfehlung: abends die Behandlung täglich durchführen.
4.12 Psychische Auswirkungen
Auch wenn die DFRD-Methode keine Konfrontation mit den Ängsten oder anderen Emotionen beinhaltet, kann es bei stark aufgeladenen Ängsten (Ängsten die zeitlich dicht an der Geburt entstanden sind) dazu kommen, dass es eine intensive Sitzung wird. Das liegt aber in der Natur der Sache (Tiefenpsychologische Behandlung) und geschieht auch bei anderen psychotherapeutischen Anwendungen (Abhängig von Behandlungsdauer/Thema). Daher empfehlen wir auch die Behandlung abends zu machen, damit man danach schlafen gehen kann.
4.13 Auswirkungen der spezifischen Angst
Wir wollen hier nicht besprechen, was bei einer Aufarbeitung einer Angst geschieht. Es sollte aber auf der Hand liegen, dass, wenn diese gründlich und vollständig behandelt wird, dass die gesamten schädlichen Auswirkungen einer Angst aufgehoben werden.
Was wir während unserer Behandlung auch merkten, ist, dass die Abwehrmechanismen bezogen auf einzelne verdrängte Emotionen sind. Das bedeutet, die spezifischen Abwehrmechanismen einer Angst hören auf, wenn diese gründlich und vollständig behandelt worden ist.
4.14 Unabhängige Auswirkungen der zu behandelnden Emotionen
Wenn man die DFRD-Methode ca. zwei bis drei Stunden ausführt, wird man merken, dass der Grundzustand des Bewusstseins(!) sich leicht verändert. Das ist eine permanente Veränderung. Man kann das spätestens am nächsten Tag wahrnehmen.
Wir sprechen hier vom Grundzustand, also der permanente Zustand, indem Sie sich befinden. Das ist der Hintergrund von ALLEM Erfahren, also etwas sehr Essenzielles.
Definition: Grundzustand
Normalerweise fällt uns der Grundzustand des Bewusstseins nicht auf, da dieser, mehr oder weniger, gleichbleibend ist und damit der Hintergrund von allen unseren Erfahrungen/von unserem Leben ist. Wenn Sie täglich verdrängte Emotionen behandeln von mindestens zwei bis drei Stunden so verändert sich der Grundzustand, auch täglich. Man wird dadurch ruhiger/man kommt mehr zu einem selber, das erzeugt mehr Kraft und es geht einem besser. Zwar verändert sich dieser immer nur in kleinen Schritten, aber das summiert sich mit längerer Behandlung auch immer mehr auf. Und dann werden Sie merken, dass wir NUR mit Veränderung, den Grundzustand überhaupt erkennen können. Und wenn Sie erfasst (oder besser: erfahren) haben, dass wir diesen auch noch verändern können und dieser, wie gesagt, der Hintergrund unseres Lebens ist, so ist dies eine starke Motivation langfristig Emotionen aufzuarbeiten. Denn klar, je besser der Zustand ist, desto mehr Lebensqualität haben Sie, bzw. desto besser geht es ihnen.
Aus dieser Sicht ist wohl unser Grundzustand zum großen Teil das „Resultat“ unserer summierten Verdrängungen ist.
Das ist eine Auswirkung unabhängig von den behandelten Ängsten (Behandelte Ängste verlieren ihre Auswirkungen, wie Blockaden/Abwehrmechanismen etc.), die zusätzlich noch geschieht.
Warum wirkt das so tief?
Das liegt auf der Hand, denn fast die ganze Behandlung besteht aus Verspannungen lösen, die tief im Körper sitzen. Diese werden auch als Stressoren bezeichnet und die summieren sich. Man merkt, dass bei den (Körper-) Zuckungen die in dem Prozess immer mal wieder auftreten. Der ganze Körper wird von spontanen Zuckungen erfüllt und baut so tiefe Verspannungen ganzheitlich, auf mehreren Ebenen, ab.
5.0 Kontraindikationen und Grenzen
Die DFRD-Methode ist nicht geeignet bei folgenden Zuständen oder psychischen Einschränkungen:
- Akute Psychose oder Schizophrenie: Wenn der Bezug zur Realität verloren geht oder wenn wer unter akuten Wahnvorstellungen/Halluzinationen leidet, darf kein DFRD angewendet werden.
- Schweren, unkontrollierbarem Drogen- oder Alkoholkonsum, Demenz oder anderen höhergradigen kognitiven Beeinträchtigungen.
- Akute Suizidalität
- Schwere Dissoziative Störungen: Menschen, die dissoziieren, sollten eher Methoden zur Stabilisierung benutzen.
- Akute, unkontrollierbare Epilepsien
5.1 Körperliche Einschränkungen
- Frischer Herzinfarkt oder schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen: DFRD kann emotionalen Stress auslösen, der den Blutdruck kurzzeitig in die Höhe treibt. Das muss physisch verkraftbar sein.
6.0 Genaue Anweisungen // Zugang der Methode
Da wir ein privates Unternehmen sind, 13 Jahre Forschung in der Tiefenpsychologie selber finanziert haben, bitten wir Sie zu verstehen, dass wir diese Methode für einen kleinen Beitrag anbieten. Dafür bekommen Sie aber auch eine App die mit ihnen durch die Behandlung geht mit einem interaktiven digitalen Therapeuten.
Die DFRD-Methode ist enthalten in unseren folgenden Apps:
- „Angst Auflösen“ (erhältlich für iOS™ und Android™)
- „Glaubenssatz Auflösen“ (NUR für alleinstehende Kognitionen) (erhältlich für iOS™ und Android™)
7.0 Gegenüberstellung
7.1 Gegenüberstellung: DFRD vs. EMDR
Da die EMDR-Methode primär für Trauma-Behandlung gedacht ist, grenzt sich die DFRD-Methode mit ihrer Anwendung klar von EMDR ab. Da die Behandlung von Emotionen aber auch mit der EMDR-Methode möglich ist, gibt es einige Ähnlichkeiten, aber auch Vorteile der DFRD-Methode gegenüber dieser:
- Kann alleine ausgeführt werden, auch beim ersten Mal.
- Anstatt einen bifokalen Prozess mit Körperbewegungen zu benutzen, wird ein sanfter Prozess verwendet. Dabei wird immer nur wenig von der Verspannung offengelegt, es gibt damit kein Risiko auf Überflutung oder Ähnliches. Auch ist damit die Behandlung über mehrere Stunden hinweg ohne Erschöpfung oder Ähnliches möglich. Das eröffnet Möglichkeiten für langfristige Behandlungen.
- Mehr Kontrolle: Verglichen zu EMDR arbeitet diese Methode kontrolliert Stück für Stück die Verdrängung (Belastung) auf, bzw. die Verspannung wird immer nur in ganz kleinen Stücken aufgerufen und dann bearbeitet/gelöst. Bei EMDR besteht die Gefahr einer Überflutung oder Retraumatisierung. Zusätzlich hat man mehr Kontrolle über den Prozess, also alles mehr „in der eigenen Hand“, da Sie den ja selber steuern.
- Bei der DFRD-Methode können Sie selber wahrnehmen, wie stark die Belastung noch in Ihnen ist und haben damit die Möglichkeit sie wirklich vollständig, also gründlich aufzulösen. Bei EMDR ist weiterhin das Problem, dass man überhaupt nicht weiß, wie viel man aufgearbeitet hat.
- Schneller: Die DFRD-Methode reduziert direkt die Verspannung und es ist keine Neu-Verarbeitung mehr nötig.
In der Funktionsweise unterscheiden sich die beiden Methoden grundlegend:
| Merkmal | DFRD-Methode | EMDR |
|---|---|---|
| Aufmerksamkeitstyp | Single-Attention (ungeteilter Fokus) | Dual-Attention (geteilte Aufmerksamkeit) |
| Körperbewegungen | Nicht erforderlich | Augenbewegungen oder taktile Stimulation erforderlich |
| Selbstanwendung | Alleine durchführbar, auch beim ersten Mal | Therapeut erforderlich |
| Überflutungsrisiko | Kein Risiko (stückchenweiser Abbau) | Risiko der Überflutung / Retraumatisierung |
| Behandlungsdauer | Stundenlang möglich ohne Erschöpfung. Wir haben mit ca. 3-4 Stunden die besten Erfahrungen gemacht. Auch länger problemlos möglich. | Typischerweise 60–90 Min. pro Sitzung |
| Kontrolle | Volle Kontrolle; Belastung Schritt für Schritt | Begrenzte Kontrolle über den Prozess |
| Fortschritt | Verbleibende Belastung direkt wahrnehmbar | Schwer einzuschätzen, wie viel aufgearbeitet wurde |
| Exposition | Keine Konfrontation mit der Angst | Konfrontation mit belastenden Erinnerungen |
7.2 Gegenüberstellung: DFRD vs. andere Methoden
Mittlerweile gibt es einige funktionierende Methoden zur Behandlung von Ängsten. Dabei gibt es verschiedene Ansätze und damit auch entsprechende Vor- und Nachteile (Beispielsweise mit Konfrontation und ohne Konfrontation).
Die Exposition (Konfrontation) in vivo und in sensu wird von den meisten Patienten abgelehnt. Denn es ist nicht nur die Situation und damit die Angst, die ja unter allen Umständen vermieden werden will, es ist noch, dass die Möglichkeit eines Panikanfalls und Überflutung gegeben ist. Daher muss auch ein Therapeut bei der Exposition präsent sein.
Zu der Expositionstherapie und Commitmenttherapie (ACT) und weitere ähnliche Behandlungsmethoden: Diese Methoden versuchen ängstliche Gedanken und Gefühle zu akzeptieren. Dies ist zwar richtig im Sinne, dass es auch funktioniert, dennoch sind die Prozesse äußerst langsam.
8. Erfahrungsdaten und Ergebnisse
8.1 Überblick über die Forschungsphase
Die DFRD-Methode wurde über einen Zeitraum von elf Jahren (Stand April 2026) in der Forschung eingesetzt. Die letzten sechs Jahre wurde sie täglich für mindestens drei bis vier Stunden benutzt. Auch wird sie derzeit immer noch täglich von uns angewendet. Behandelt wurden damit am meisten Ängste aber auch viele alleinstehende negative Kognitionen, da auch diese, wenn sie dementsprechend stark aufgeladen sind, äußerst starke Auswirkungen haben. Des Weiteren wurde sie auch für die Behandlung von anderen Emotionen eingesetzt. Besonders hat sich Scham (Englisch: Toxic Shame) als stark aufgeladen gezeigt.
8.2 Wirksamkeitsdaten
Die Behandlungszeiten sind abhängig, wie stark die verdrängten Emotionen sind, bzw. wie aufgeladen die Verspannung ist, bzw. wie viel Verspannung im Körper ist. Des Weiteren sind solche Behandlungszeiten natürlich immer subjektiv, da Ängste bei jedem unterschiedlich stark aufgeladen sind.
Gründlich und vollständig eine Emotion oder nK behandelt, ist sie permanent entfernt. Wenn man natürlich nicht gründlich arbeitet und man etwas von den Verspannungen überlässt, dann bleibt auch etwas im Körper von der Verspannung.
Die Behandlungsdauer bei gründlicher und vollständiger Behandlung von wirklich stark aufgeladenen Ängsten können bei täglicher Anwendung von ca. 3 Stunden, auch mehrere Monate dauern.
8.3 Sicherheitsprofil
In der gesamten Erprobungsphase von elf Jahren wurde keine einzige Überflutung oder eine vergleichbare emotional überfordernde Situation beobachtet. Dies wird auf den stückchenweisen Abbaumechanismus zurückgeführt, bei dem die Psyche immer nur eine bewältigbare Menge an Belastung freigibt.
WENN man die Sitzung schon länger macht und nicht zu Ende macht, KANN es sein, dass man begleitet wird von einem (maximalen) 14-tägigen emotionalen Unwohlsein. Wenn man die Emotion/Kognition gründlich und vollständig behandelt, gibt es dieses emotionale Unwohlsein nicht.
9. Glossar
| Begriff | Definition |
|---|---|
| DFRD-Methode | Direct Focus Reduction Desensitization |
| Verspannungszentrum | Konzentrierte Ansammlung von Spannung im Körper, assoziiert mit einer verdrängten Emotion oder Kognition. |
| Fokussierungsprozess | Das gezielte Einbringen der bewussten Aufmerksamkeit in ein Verspannungszentrum. |
| Single-Attention-Prozess | Verfahren, bei dem die volle Aufmerksamkeit auf einen einzigen Punkt gerichtet wird (im Gegensatz zum Dual-Attention-Prozess bei EMDR). |
| Stückchenweiser Abbau | Der Mechanismus, bei dem Verspannungen in kleinen, bewältigbaren Teilen abgebaut werden. |
| Negative Kognition (nK) | Belastende Überzeugung, die mit einer verdrängten Emotion assoziiert ist (z.B. „Ich bin nicht gut genug"). |
| Positive Kognition (pK) | Hilfreiche Überzeugung, die im Rahmen der vollständigen Auflösung als Ersatz verankert wird. |
| Alleinstehende Kognition | Negative Überzeugung, die nicht unmittelbar mit einer spezifischen Emotion verknüpft ist. |
| Auflösen | Die gründliche und vollständige Behandlung einer Emotion inkl. nK und Verankerung einer positiven Kognition. |
| Überflutung | Unkontrollierte, überwältigende Freisetzung emotionaler Belastung. |
| REVT | Rational-Emotive Verhaltenstherapie – umfassende, integrative, aktiv-direktive Psychotherapie nach Albert Ellis. |
| EMDR | Eye Movement Desensitization and Reprocessing – Desensibilisierung und Verarbeitung durch Augenbewegung. |
10. Anhänge
Anhang A: Vier Phasen für Selbstbehandler (Quick Reference Card)
Anhang B: Die 8 Phasen – für Behandler und Patienten
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Die 4 Phasen
für Selbstbehandler
Festlegung der zu behandelnden Emotion oder Kognition:
- Emotion (Angst, Wut, Scham etc.)
- Spezifische Emotion (Angst vor Verlust, Scham ich zu sein, Gefühl der Ablehnung, etc.)
- Auswahl einer spezifischen Situation
- Repräsentatives Bild für den schlimmsten Moment
- Wahrnehmung der gegenwärtigen Emotionen/Gefühle
- Mit der Reduktion wird die Verspannung im Körper reduziert. Damit kommt gleichzeitig eine Desensibilisierung einher.
- Mit REVT: Loslösung vom Glauben an die negative Kognition.
- Mit der Reduktion wird die Verspannung im Körper reduziert. Damit kommt gleichzeitig eine Desensibilisierung einher.
Eine hilfreiche, stützende Überzeugung wird als Ersatz verankert.
- Fokussierung der aktuellen Körperempfindungen
Die 8 Phasen
für Behandler und Patienten
- Beziehungsaufbau
- Traumaspezifische / tiefenpsychologische Anamnese
- Symptomatik und psychischer Befund
- Überprüfung von Indikation versus Kontraindikation
- Behandlungsplanung
- Psychische Stabilisierung mit Imaginations- und Distanzierungstechniken
- Sicherer Ort / Ort des Wohlbefindens, Moment of Excellence (MoE), Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson (PMR) etc.
- Etablierung einer Distanzierung (Grounding) und eines Stopp-Signals
- Auswahl der zu behandelnden Emotion
- Auswahl einer spezifischen Situation
- Repräsentatives Bild für den schlimmsten Moment
- Wahrnehmung der gegenwärtigen Emotionen / Gefühle
Bewertung des Belastungsgrades mit der SUD-Skala (0 bis 10).
- Wahrnehmung der gegenwärtigen Körperempfindungen → zu behandelnde Emotion
- Erinnerung an die Beobachterrolle (Zugmetapher) – was alles passieren kann (Bilder, Gefühle, Einsichten, Körpersensationen) – und das Stopp-Signal
- Fokussierung in die Verspannung im Körper → Reduzierung und Desensibilisierung der Verspannung
- X Stimulierungsserien mit den jeweiligen Stimulierungsunterbrechungen zum Erfragen des Verarbeitungsstands
- Beendigung des Prozesses
- Erfragung des aktuellen emotionalen Belastungsgrades (idealerweise 0, höchstens 1)
- Verarbeitung der Verspannung der beiliegenden negativen Kognition mit DFRD
- X Stimulierungsserien mit den jeweiligen Stimulierungsunterbrechungen zum Erfragen des Verarbeitungsstands
- Beendigung des Prozesses
- Erfragung des aktuellen emotionalen Belastungsgrades (idealerweise 0, höchstens 1)
- Fokussierung der aktuellen Körperempfindungen
- Erneute Stimulierungsserie, wenn noch unangenehme Empfindungen vorhanden sind
- Gegebenenfalls Stimulierungsserie zur Verstärkung und Vertiefung einer positiven Körperempfindung
- Abschlussritual mit Hilfe von Entspannungs-, Imaginations- und / oder Distanzierungsübungen (Sicherer Ort, MoE, kleine Trance, Grounding etc.)
- Nachbesprechung
- Vorbereitung auf eventuell auftauchende Erinnerungen und Assoziationen, welche in einem Therapie-Tagebuch festgehalten werden sollten
- Überprüfung der SUD- und VoC-Level sowie Erfassung zwischenzeitlicher emotionaler, kognitiver und körperlicher Veränderungen
- Bei reduziertem SUD- und/oder VoC-Level oder bei neuem intrusivem Material: Nachbearbeitung mit Stimulierungsserien
„Das Denken wird die Angst nicht überwinden, wohl aber das Handeln.“
Bei allen Fragen ...
... zögern Sie bitte nicht, uns zu kontaktieren. Ob ob es dabei um eine Verständnisfrage geht, Produktdetails oder Fragen zur Behandlung.
Wir helfen gerne!

